Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Mitarbeiter (m/w/d) im Rahmen eines Forschngsprojektes
An der Polizeiakademie Niedersachsen ist im Rahmen des Forschungsprojekts „Nachträgliche Überprüfung potentiell rechtsmotivierter Todesfälle in Niedersachsen“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt, ein bis zum 31.12.2027 befristeter Arbeitsplatz als
wissenschaftliche Mitarbeiterin/wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d)
im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung (19,9 Stunden) zu besetzen. Der Befristungsgrund ergibt sich aus §14 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 7 TzBfG. Organisatorisch ist der Arbeitsplatz dem Institut für Kriminalitäts- und Sicherheitsforschung zugeordnet und nach EG 13 TV-L bewertet.
Wer sind wir?
Die Polizeiakademie Niedersachsen führt gemeinsam mit der Georg-August-Universität Göttingen ein vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung gefördertes Forschungsprojekt zur nachträglichen Überprüfung potentiell rechtsmotivierter Todesfälle in Niedersachsen durch. Gegenstand des Projekts ist die wissenschaftliche, kriteriengeleitete Analyse von Todesfällen seit 1990, bei denen ein rechtsextremes, rassistisches oder sozialdarwinistisches Tatmotiv in Betracht kommt, dieses jedoch bislang nicht oder nicht abschließend in der polizeilichen Statistik politisch motivierter Kriminalität abgebildet wurde.
Das Projekt verbindet kriminologische, sozialwissenschaftliche, zeitgeschichtliche und polizeifachliche Perspektiven. Im Zentrum stehen die Analyse von Ermittlungs- und Verfahrensakten, die Rekonstruktion von Fallstrukturen und Falldynamiken, die Auseinandersetzung mit der Entwicklung der PMK-Erfassungssystematik sowie die Frage, unter welchen situativen, institutionellen und gesellschaftlichen Bedingungen politische Tatmotive erkannt, nicht erkannt oder anders bewertet wurden.
Ihre Aufgaben
Wesentliche Kernaufgaben auf dem Arbeitsplatz sind:
- die eigenständige kriminologische Aufbereitung des Forschungsstandes zu rechter, rassistischer und sozialdarwinistisch motivierter Gewalt, zu Tötungsdelikten, politisch motivierter Kriminalität sowie zur behördlichen und wissenschaftlichen Erfassung entsprechender Delikte
- die Mitentwicklung und fortlaufende Präzisierung eines kriminologisch fundierten Bewertungs- und Codierschemas zur Analyse der einbezogenen Fälle
- die kriteriengeleitete Auswertung von Ermittlungsakten, gerichtlichen Verfahrensakten, Urteilen, Presseberichten und ergänzenden Quellen
- die Rekonstruktion von Täterprofilen, Opferauswahl, Tatkonstellationen, Tatdynamiken, situativen Eskalationsverläufen sowie möglichen tatmotivationalen Bezügen
- die Analyse der Frage, inwiefern rechtsextreme, rassistische oder sozialdarwinistische Motive eine tatauslösende, tatbegleitende oder tateskalierende Rolle gespielt haben könnten
- die kriminologische Einordnung polizeilicher und justizieller Bewertungsprozesse im Kontext der jeweils geltenden Erfassungs- und Klassifikationssysteme, insbesondere der PMK-Systematik
- die Mitwirkung an interdisziplinären Fallbewertungen und an der Vorbereitung von Beratungen im Expertinnen- und Expertenrat
- die enge Zusammenarbeit mit den Projektpartnerinnen und Projektpartnern der Universität Göttingen, der Projektkoordination an der Polizeiakademie Niedersachsen sowie gegebenenfalls weiteren fachlichen Akteurinnen und Akteuren
- die Mitwirkung an Zwischenberichten, Projektdokumentationen, dem Abschlussbericht, einem Policy-Brief sowie an wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Präsentationen
Eine Änderung der Geschäftsverteilung bleibt vorbehalten.
Welche Voraussetzungen sind zwingend erforderlich?
Sie können sich bewerben, wenn Sie über ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master oder gleichwertig), im Bereich der Kriminologie, Soziologie, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften oder einem vergleichbaren einschlägigen Fach verfügen.
Sollten Sie das oben genannte Anforderungsprofil nicht in Gänze erfüllen, können Sie im weiteren Verfahren nicht berücksichtigt werden. Für schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber gelten die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften.
Welche Voraussetzungen sind wünschenswert?
Erfahrungen in der Auswertung von Ermittlungs- und Gerichtsakten, Strafurteilen sowie vergleichbaren Dokumentenbeständen sind wünschenswert. Ebenso sind Kenntnisse der PMK-Systematik, der polizeilichen Kriminalstatistik sowie des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes im Bereich politisch motivierte Kriminalität oder entsprechender behördlicher Erfassungslogiken von Vorteil.
Darüber hinaus sind Erfahrungen im Umgang mit qualitativer Analysesoftware, insbesondere MAXQDA oder vergleichbaren Programmen, hilfreich. Ergänzend werden Kenntnisse in den Bereichen Viktimologie, Opferperspektive, Erinnerungskultur oder institutionelle Aufarbeitung rechter Gewalt sowie Publikations- oder Vortragserfahrung gern gesehen.
Was bieten wir Ihnen?
Wir bieten eine wissenschaftlich anspruchsvolle Tätigkeit in einem gesellschaftlich und politisch relevanten Forschungsfeld. Die Mitarbeit erfolgt in einem interdisziplinären Kooperationsprojekt zwischen der Polizeiakademie Niedersachsen und der Georg-August-Universität Göttingen und ermöglicht die Arbeit an der Schnittstelle von Kriminologie, Polizeiforschung, Zeitgeschichte, Demokratieforschung und politischer Bildung.
Zudem erfolgt die Einbindung in projektbezogene Abstimmungsformate, Fachgespräche sowie einen interdisziplinären Expertinnen- und Expertenrat. Das Arbeitsumfeld verbindet eigenständige wissenschaftliche Arbeit mit einer hohen praxisbezogenen Relevanz.
Weiterhin:
- Gehalt der Entgeltgruppe EG 13 TV-L
- variable Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zum hybriden Arbeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben
- flexible Modelle zur Teilzeitbeschäftigung
- Möglichkeiten der Beantragung der betrieblichen Altersvorsorge (VBL) und Vermögenswirksamen Leistungen (VL)
- regelmäßige Mitarbeitendengespräche und ein engagiertes Team
- 30 Tage Erholungsurlaub/Kalenderjahr (bzw. anteilig bei Teilzeitbeschäftigung)
- aktuell eine Sonderzahlung zum Jahresende
- Teilnahmemöglichkeit am Gesundheits- und Präventionssport
- Fortbildungsoptionen bei Bedarf
Die Bewerberinnen und Bewerber erwartet ein interessantes und anspruchsvolles Arbeitsumfeld, in dem Teamarbeit großgeschrieben wird.
Verfahren
Es ist beabsichtigt, mit den Bewerberinnen und Bewerbern ein strukturiertes Auswahlgespräch vor einer Auswahlkommission durchzuführen. Daher wird um Mitteilung von in der kommenden Zeit geplantem Urlaub gebeten. Nähere Einzelheiten hierzu werden Ihnen nach einer Bewerbung zeitnah mitgeteilt.
Das ist uns wichtig!
Die Polizeiakademie Niedersachsen ist bestrebt, Unterrepräsentanzen im Sinne des NGG abzubauen. An der Beteiligung von Männern in diesem Verfahren besteht daher ein besonderes Interesse und sie werden ausdrücklich gebeten, sich zu bewerben.
Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung nach den gesetzlichen Bestimmungen bevorzugt berücksichtigt. Bitte weisen Sie bereits in Ihrer Bewerbung auf einen möglichen Grad der Behinderung (GdB) bzw. eine Gleichstellung hin, damit Ihre Interessen bestmöglich gewahrt werden können.
Im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sind, unter Hinweis auf die besonderen dienstlichen Erfordernisse, individuelle Arbeitszeitmodelle und flexible Regelungen möglich.
Die Polizeiakademie Niedersachsen schätzt kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit, sie freut sich über Bewerberinnen und Bewerber, die dazu beitragen.
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Bitte richten Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen, insbesondere Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen sowie gegebenenfalls Publikations- und Vortragsverzeichnis per E-Mail unter dem Aktenzeichen 23.14.1–03041–IKS/wissMA/NI/50
bis zum 14.07.2026 an
persplan@pa.polizei.niedersachsen.de
Übersenden Sie Ihre Bewerbung bitte zusammengefasst in einer PDF-Datei (max. 8 MB).
Alternativ können Sie Ihre Bewerbung auf dem Postweg übersenden. Bitte senden Sie diese dazu unter dem Aktenzeichen AZ: 23.14.1–03041– IKS/wissMA/NI/50 bis zum 14.07.2026 an die
Polizeiakademie Niedersachsen
Dezernat 23 / Personal
Bürgermeister-Stahn-Wall 9
31582 Nienburg/Weser.
Es wird darauf hingewiesen, dass unvollständige Bewerbungsunterlagen beim weiteren Bewerbungsprozess nicht berücksichtigt werden können.
Haben Sie einen ausländischen Bildungsabschluss erworben?
Bei ausländischen Bildungsabschlüssen bitten wir um Übersendung entsprechender Nachweise über die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Abschluss (Zeugnisbewertung). Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir einen ausländischen Bildungsabschluss nur im weiteren Vorauswahlverfahren berücksichtigen können, wenn ein entsprechender Nachweis (Langfassung der Zeugnisbewertung) über die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Abschluss vorliegt.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Internetseite der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB). Hier finden Sie alle Informationen zur Zeugnisbewertung sowie das Antragsformular und die für das jeweilige Herkunftsland des Abschlusses einzureichenden Dokumente finden sich in deutscher und englischer Sprache unter:
https://www.kmk.org/zeugnisbewertung
Nähere Informationen zum Datenschutz im Bewerbungsverfahren erhalten Sie auf unserer Homepage unter folgendem Link
https://www.pa.polizei-nds.de/download/74198/DSGVO_Bewerbung.pdf
Sie erfüllen nicht alle geforderten Qualifikationen dieser Stellenausschreibung?
Die Beschäftigungsmöglichkeiten an der Polizeiakademie Niedersachsen sind vielfältig – sollte diese Stellenausschreibung nicht zu Ihren persönlichen Voraussetzungen passen, schauen Sie gerne nach den weiteren aktuellen Ausschreibungen oder bewerben sich initiativ bei uns. Sie könnten genau die richtige Person für eine andere Besetzung sein!
